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Zum Abschluss des Deutsche Welle Global Media Forum in Bonn hat der Intendant des deutschen Auslandsrundfunks, Erik Bettermann, am 4. Juni 2008 an die rund 900 Teilnehmer aus 100 Ländern appelliert, die Chancen von Medien bei Konfliktprävention und Friedensstiftung stärker zu nutzen.
Der Intendant äußerte die Sorge, dass die Pressefreiheit weltweit immer mehr unter Druck gerate. Zwei Drittel der Menschheit lebten derzeit in Staaten ohne Medienfreiheit. Es sei allerdings falsch, dass der Westen „in selbstgerechter Manier" etwa nur auf China oder afrikanische Entwicklungs- und Schwellenländer verweise. Angesichts der Medienkonzentration in vielen entwickelten Staaten bildeten sich auch hier subtile Formen von Zensur und Selbstzensur heraus.
Es drohe eine „publizistische Verarmung und ein Verlust an Pluralismus", so Bettermann. International agierende Medien müssten dem entgegenwirken. „Wir zeigen alternative Perspektiven auf und verbreitern so das Informationsangebot und erweitern die Meinungsvielfalt. Medien müssen ihrer Verantwortung gerecht werden können, damit sie unvoreingenommen und unparteiisch Informationen zugänglich machen." So könnten sie in Konflikten deeskalierend wirken und Friedensprozesse nachhaltig unterstützen, sagte der Intendant.
Bettermann sagte, das Deutsche Welle Global Media Forum werde „keine Eintagsfliege sein". Die erfolgreiche Konferenz solle im nächsten Jahr fortgesetzt werden. „In der Zwischenzeit erhoffe ich mir, dass die Teilnehmer ihre in Bonn geknüpften Netzwerke pflegen. Die Impulse aus diesen drei Tagen sind der Beginn eines internationalen und interdisziplinären Dialogs über globale Herausforderungen, bei denen Medien eine zentrale Rolle spielen."
Dem Wandel in den ehemaligen Ostblockstaaten ging kein Krieg voraus: Die allermeisten Menschen konnten lesen. Das, was wir seit den Anschlägen von New York, Madrid und London "Medienterrorismus" nennen, gab es in dieser Form nicht.
Heute stehen viele Post-Konfliktstaaten vor neuen Herausforderungen. Der Medienaufbau darf den brüchigen Frieden nicht gefährden, muss rasche Erfolge erzielen und dabei gleichzeitig grundlegende Reformen in Gang setzen. Beim ersten Deutsche Welle Global Media Forum stehen diese Anforderungen im Mittelpunkt. Namhafte Repräsentanten aus Medien und Politik, Kultur und Wirtschaft, Entwicklungszusammenarbeit und Wissenschaft sind eingeladen, für die Rolle der Medien bei der Friedensstiftung und Konfliktprävention neue Lösungen zu entwickeln.
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