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Journalistische Ausbildung in Konfliktsituationen
Symposium (Wasserwerk)
Die Voraussetzung für guten Journalismus sind gute Journalisten. Wer über unzureichendes Fachwissen verfügt, kann keine gute Qualität produzieren. Für wen die Aspekte journalistische Ethik und Unabhängigkeit unbekannt sind, kann den demokratischen Auftrag der Medien nicht erfüllen. Journalistische Qualität und Integrität sind insbesondere in Konfliktsituationen von essentieller Bedeutung. Gerade in Konflikt- und Post-Konfliktstaaten können verlässliche Informationen und gut recherchierte Beiträge Leben retten.
Medien müssen mehr als reine Informationsvermittler sein. Medien haben die Aufgabe, Unregelmäßigkeiten und Unredlichkeiten von Regierungen in den Mittelpunkt zu stellen und aktiv die Entwicklung von Staaten, primär im Hinblick auf verantwortungsbewusste Regierungsführung, Gesundheit, Bildung und Friedenssicherung zu fördern.
Medien und die adäquate Ausbildung von Journalisten sind entscheidende Komponenten um zu einer verantwortungsbewussten Regierungsführung zu gelangen. Bei Staaten in Transformationsprozessen gehört die journalistische Ausbildung damit zu den Kernaufgaben der Medienförderung.
Gerade in Konflikt und Post-Konfliktstaaten ist der Standard der angebotenen Trainings für Journalisten bislang in der Regel als nicht befriedigend zu bezeichnen. Oft waren Medienvertreter über Jahre hinweg gezwungen, der einen oder anderen Kriegspartei, lokalen Machthabern und den jeweiligen Diktatoren bedingungslos das Wort zu reden.
Die Fortbildung von Journalisten wird nicht nur durch weltweite politische Entwicklungen, sondern gleichermaßen mit technologischen Innovationen und wachsender medialer Vielfalt konfrontiert. Wie neueste Beispiele gezeigt haben, ermöglichen moderne Technologien, wie die Ausbreitung des Internets und die Nutzung von Mobiltelefonen, Journalisten und Personen, die in konfliktbezogenen Situationen arbeiten, zensierte Medien zu umgehen und neue Programme zu schaffen, um die Öffentlichkeit zu informieren.
Folgende Fragen werden im Mittelpunkt des Symposiums stehen:
Vorläufige Themen:
- Welches sind die Vorraussetzungen für eine qualitativ hochwertige journalistische Ausbildung?
- Wie kann gewährleistet werden, dass Kursangebote und Seminare nachhaltig wirken? Und in welcher Form müssen Regierungen, Übergangsregierungen, Universitäten und lokale Medien in Ausbildungsprozesse eingebunden werden?
- Wie findet journalistische Ausbildung in Konflikt und Post-Konflikt Staaten statt, wo liegen die besonderen Herausforderungen?
- Wie sind Ausbildungsprogramme mit unterschiedlichen Akzenten -journalistische Fähigkeiten, Radio/TV Technologie, Management-Ausbildung, Ausbildung von Trainern, Beratung und Coaching - zu gestalten, um mediale Arbeit in Konfliktsituationen zu unterstützen?
- Was wird von Journalisten erwartet? Welche Qualifikationen und welches Wissen benötigen sie, um zu Frieden und Konflikt-Deeskalation beizutragen?
- Das explosionsartige Wachstum der Technologien und die wachsende Diversität der Medien unterliegen gleichen Vorraussetzungen innerhalb der Medienkommunikation. Blogs, Podcasting, Videocasts verbinden Wissen und Ressourcen in der ganzen Welt wie nie zuvor. Wie können diese modernen Technologien sinnvoll in Konfliktsituationen angewandt werden und welche Rolle spielen sie bzw. sollten sie spielen?
- Inwiefern können digitale Medien bei der Umgehung von Zensur helfen? Welche Möglichkeiten der freien, grenzenlosen Kommunikation bieten sie und was bedeutet dies für den Bürgerjournalismus?
- Wie können neue Technologien Journalisten in Konfliktsituationen unterstützen?
Vorläufiger Ablaufplan
(Bitte beachten Sie, dass sich einzelne Themen noch ändern können.)
Dienstag, 3. Juni 2008 (Symposium)
| 09:00 Uhr |
Registrierung |
| 10:00 Uhr |
Opening Adress: Gerda Meuer, Director, DW-Akademie
Session 1 - Möglichkeiten durch Bildung Keynotes: Simon Derry, Regional director for Middle East, Europe and Former Soviet Union
Eberhard Sucker, Journalist and trainer, DW
Panel: Dr. Shah Jehan Sayed, Abteilung für Journalismus und Medien, Universität Peshawar, Pakistan
Abubakar B. Jijiwa, Intendant „Voice of Nigeria", Nigeria |
| 10:45 Uhr |
Session 2 - Qualitätsjournalismus - Journalistische Ausbildung in Konfliktsituationen: Herausforderungen, Trends und Strategien
Keynote:
Dr. Abdul Waheed Khan, UNESCO, Paris, Frankreich
Podiumsteilnehmer:
Prof. Dr. Drew McDaniel, Direktor, Southeast Asia Studies Program, College of Communication, Ohio University, USA
Melisande Middleton, Director, Center for International Media Ethics - CIME Inc., USA
Moderation:
Matthias von Hein, Leiter Chinesisches Programm, DW-radio |
| 11:30 Uhr |
Kaffeepause |
| 12:00 Uhr |
Session 3 - Qualitätsjournalismus
Journalistische Ausbildung in Konfliktsituationen: Gefahren und Grenzen
Keynote:
Gavin Rees, Dart Center für Journalismus und Trauma Europa
Podiumsteilnehmer:
Anja Wollenberg, Head of MICT Berlin, Germany
Reach Sambath, Pressesprecher ECCC, Phnom Penh, Kambodscha
Astrid Kohl, Leiterin des Internationalen Instituts für Journalismus (IIJ) von InWEnt
Min Bahadur Shahi, Präsident, Association of Community Radio Broadcasters Nepal
Moderation:
Dr. Andrea Rübenacker, Head Africa Division, DW-Akademie |
| 12:45 Uhr |
Session 4 - Bonn Network
Schnelle Handlungsfähigkeit in Konfliktsituationen ermöglichen
Keynotes:
Jean Réveillon, Generaldirektor EBU, Grand-Saconnex, Schweiz
Dr. Bent Norby Bonde, Geschäftsführer, "Media Progress"
Erling Dessau, Kings College, London
Moderation:
Adelheid Feilcke-Tiemann, Leiterin Internationale Angelegenheiten, DW |
| 13:30 Uhr |
Mittagessen |
| 15:00 Uhr |
Session 5 - Media Diversity - Training für eine digitale Welt
Keynote: Dr. Javad Mottaghi, Direktor, AIBD, Kuala Lumpur, Malaysia
Podiumsteilnehmer:
Matthias Spielkamp, Journalist und Trainer, Berlin, Deutschland
Chido Makunike, Journalist, afrikanischer web Unternehmer und Online-Redakteur, Zimbabwe/Senegal
Jotman, „Best of Blogs"
Premesh Chandran, Vorstandsvorsitzender malaysiakini, Kuala Lumpur, Malaysia
Staffan Sonning, Swedish Radio Media Development Office Moderation: Daniel Hirschler, Journalist and Trainer, DW
MOC: Kateri Jochum, Journalistin und Redakteurin, DW
|
| 17.00 - 18.00 Uhr |
6th Session - Impact on Peace and Conflict: What journalists and peacebuilding practitioners need to know about it
Panel:
Victoria McColm, Program Specialist "Media & Conflict Program" (Centers of Innovation), United States Institute of Peace, Washington D.C.
Vladimir Bratic, Assistant Professor, Communication Studies, Hollins University (VA), USA |