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Medien haben eine wichtige gesellschaftspolitische Funktion: Sie gewährleisten den Informationszugang der Bürger und beeinflussen damit die öffentliche Meinungsbildung in der Gesellschaft und das politische Verhalten des Einzelnen. Freie und unabhängige Medien sind ein wesentlicher Faktor für die Funktionsfähigkeit einer Demokratie. Ausgewogene Medienberichterstattung stabilisiert die Demokratie und leistet einen wichtigen Beitrag zur Konfliktvermeidung.
Lateinamerika hat in den letzten Jahren eine politische und wirtschaftliche Entwicklung durchgemacht, die die Situation der Medien auf dem Subkontinent zunehmend erschwert. Dabei stellt nicht nur der zunehmende Erfolg populistischer Politiker in einigen Ländern eine große Herausforderung für die Medien dar. Zahlreiche Medienhäuser in ganz Lateinamerika können sich eine allzu kritische Haltung nicht erlauben, da sie zu einem großen Teil durch staatliche Werbung finanziert werden. Der Entzug von Werbeaufträgen bedeutet in vielen Fällen den wirtschaftlichen Ruin. Dies führt bei zahlreichen Journalisten zu Selbstzensur. Auch die vertikale und horizontale Verflechtung der Medien in den Händen einiger weniger Familien oder Unternehmergruppen reduziert die inhaltliche Vielfalt und begrenzt die Meinungsfreiheit.
Gleichzeitig stellt sich aber auch die Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung der Medien. Häufig überwiegen Sensationsmeldungen gegenüber fundierten Berichten. Gerüchte werden gründlich recherchierten Informationen vorgezogen. Die Maxime zahlreicher Medienhäuser ist es, durch massenattraktive Berichte Kasse zu machen. Nicht die Qualität des Journalismus steht im Vordergrund sondern die Rentabilität. Auch diese Entwicklung stellt die Meinungsfreiheit in Frage, gefährdet das demokratische Gemeinwesen und kann Konflikte anheizen.
Die Konrad-Adenauer-Stiftung will der Frage nachgehen, wie sich die aktuelle Situation der Medien in Lateinamerika in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Journalisten aus Argentinien, Bolivien, Mexiko und Venezuela berichten über ihre Erfahrungen und diskutieren die Perspektiven der lateinamerikanischen Medienlandschaft.
Veranstalter des Workshops: Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS)
Einführung:
Dr. Gerhard Wahlers
Stv. Generalsekretär der Konrad-Adenauer-Stiftung
Berlin
Podium:
Jorge Elías
Leiter Politik „La Nación"
Buenos Aires
José Renan Estenssoro Valdez
Vorsitzender der Journalistenvereinigung
La Paz
Jorge Ochoa
Korrespondent „El Universal"
Mexico-Stadt
Dr. Marcel Granier
Generaldirektor RCTV
Caracas
Moderation:
Hildegard Stausberg
DIE WELT
Köln
